Uhrzeit

Montag, 28. März 2011

Neue Welten???

Ein paar Veränderungen schleichen sich in meinen Kopf ein. Zuerst die reichlich unbedeutende: Ich gebe meine schlampige Alleskleinschreibung auf. Das geht zurück auf eine Diskussion, die ich Ende letzten Jahres mit meiner Mutter hatte. Ich sagte ihr, dass ich es irgendwie unmöglich finde, dass sie persönliche Emails/Briefe unterschreibt mit der Formel "mit freundlichen Grüßen". Sie sagte mir daraufhin, dass sie es unmöglich findet, dass ich immer alles klein schreibe. Touché!

Vielmehr tut sich an anderer Stelle: Ich befasse mich derzeit sehr viel mit Religionen. Hauptsächlich mit Christentum, mystischen Strömungen und asiatischen Religionen, auch etwas mit Judentum. Beim Thema Islam neige ich allerdings zum Abschalten, da habe ich Blockaden.
Ich bin in gewisser Weise schockiert, was für Wellenschläge dieses Thema mit sich zieht. Gut, ich entdecke nicht erst jetzt, dass beim Thema "Glaube/Gott/Religion" sehr schnell die Gemüter erhitzen. Aber wenn ich mich so umgucke, besonders im Netz, was da vor sich geht...da fehlt mir das Verständnis für.
Im Wesentlichen empfinde ich mich als außenstehend. Ich bin auch nicht besonders politisch interessiert.

Im Moment sitze ich mit großen Augen da und entdecke eine andere Welt! O.O

Ich bin deutlich rausgewachsen aus dem studentischen Toleranz-Scheiß. Aber wahnsinnig feste Positionen habe ich auch nicht bei bestimmten Dingen. Ich betrachte ganz gerne die Strukturen der Dinge, nicht unbedingt die Inhalte.
Gerade wenn es um Religionsinhalte geht bin ich immer wieder überrascht, für wie bewiesen und selbstverständlich bestimmte Dinge gehalten werden.
Zum Beispiel beim letzten Bibelkreis hat eine mit Inbrunst über gewisse Prinzipien in Sachen Gott gesprochen. Und ich saß die ganze Zeit da und fragte mich, wie sie streng logische Methoden und Argumentationstechniken auf so ein Thema anwenden kann?!? Seit wann ist Glaube eine Wissenschaft oder etwas Bewiesenes? Der unselige und ewige Streit. Ich führe ihn nicht mehr. Ich habe für mich akzeptiert, dass es Glauben gibt und dass es sich da um eine Welt mit eigenen Gesetzen handelt. Aber wissenschaftliche Logik gehört für mich nicht dort hin.
Mich stört zum Beispiel auch das selektive Bibellesen. Was genehm ist, wird ins Argumentationsgebäude eingefügt. Meist mit besten Absichten. Allerdings nicht immer. Deswegen möchte ich ein schönes Bibelzitat nennen: Matthäus 21, 17 (Luther, 1984): "Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht." Denkt mal darüber nach!

Ich halte es für ein persönliches Glück, dass mir wenig religiöse Brillen im Leben aufgesetzt wurden. Gut, ich stehe deswegen etwas außerhalb bestimmter Dinge, aber ich kann mir auch in Ruhe einen Überblick verschaffen. Ich beobachte viel, manchmal amüsiert, manchmal schockiert.

Mich interessiert im Grunde eine Frage ganz besonders:

Wie wirken religiöse Praktiken auf die menschliche Psyche?
Wie auf meine Psyche?

2 Kommentare:

Schonnie Badewannenwasser hat gesagt…

Aus dem Zitat werde ich so - aus dem Kontext, den ich einfach mal unterstelle - nicht schlau. Wer lies wen warum stehen? ^^

"Gerade wenn es um Religionsinhalte geht bin ich immer wieder überrascht, für wie bewiesen und selbstverständlich bestimmte Dinge gehalten werden."

Henrik, das geht mir allein schon mit der Wissenschaft so. Und das obwohl es dort (vermeintliche) Objektivität gibt, obwohl so viele Sachen so logisch/ selbstverständlich erscheinen... doch ich frage mich oftmals, wie das denn sein kann. Wer kann sowas wie entdecken usw.
Und wie man oftmals sieht (Beispiel Medizin) haben viele Erfindungen/ Entdeckungen natürlich seine Vorteile, doch treten selbstverständlich auch Nebenwirkungen auf. DIE werden dann aber "klein geredet" (bestes akt. Beispiel: AKWs -> "Aaaach, muss man doch nicht alles unter totaler Kontrolle haben. Wir wissen zwar nicht genau, was wir mit dem Abfall machen und wie man genau damit umgehen sollte, aber Mensch... solange es einen derartigen Nutzen mit sich bringt?" haha -.-*)
Als Kind, und auch noch bis in meine Pubertät hinein, habe ich vieles einfach mal für selbstverständlich genommen. Klar, es wurde einem ja auch oft als "Wahrheit" verkauft und die Erwachsenen bzw. Fachmenschen steigen da total hinter, wissen schon wovon sie reden, vermitteln mir damit eine gewisse Sicherheit... nix ist. Leider...

Homer hat gesagt…

Das Bibelzitat bzw. der Witz an sich ist nicht mal auf meinem Misthaufen gewachsen. In der Simpsons-Folge "Ein gotteslästerliches Leben" geht Homer nicht mehr sonntags zur Kirche. Deswegen lädt Marge Reverend Lovejoy zum Essen ein und der will Homer mit Bibelzitaten gefügig machen. Homer kombiniert völlig blind irgendwas zusammen, Matthäus 17,21, und es ergibt schon irgendwie einen Sinn, nämlich dass Rev. Lovejoy (mal darüber nachdenken) verschwinden soll ;)